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Eine Darksite im Krisenmanagement bezeichnet die Nutzung einer vorbereiteten, im Normalbetrieb unsichtbaren Website, die erst im Krisenfall aktiviert wird. Eine Darksite enthält vorab geprüfte Informationen (z.B. Kontaktwege, Verhaltensanweisungen und technische Hinweise), damit Unternehmen sofort kommunizieren können, selbst wenn die Hauptwebsite ausfällt oder aus Sicherheitsgründen offline gehen muss. Auch die Kompensation des Ausfalls von netzinternen Informationsquellen (Intranet, Wikis und Email-Systeme) ist ein Anwendungsfall.

Gleichzeitig bietet der Kanal der Darksite die Möglichkeit, spontane Updates, Lageinformationen und aktuelle Meldungen zu veröffentlichen. So können sowohl feste, vorbereitete Inhalte als auch situationsangepasste Informationen bereitgestellt werden – schnell, konsistent und jederzeit kontrollierbar. Dadurch wird die Darksite zur zentralen, vertrauenswürdigen Informationsquelle für Mitarbeitende, Kunden, Medien und Behörden im Ernstfall.

Welche Anwendungsfälle gibt es für eine Darksite im Krisenmanagement für Unternehmen?

Unternehmen setzen eine Darksite immer dann ein, wenn schnelle, verlässliche und unabhängige Kommunikation erforderlich ist. Typische Szenarien sind:

1. Cyberangriffe (z. B. Ransomware, Website-Hacks) und weitreichende IT-Ausfälle

Primäre Aufgabe:
Bereitstellung sicherer Informationen, wenn die eigene Website kompromittiert oder abgeschaltet ist.

Zielgruppen:
Kunden, Medien, Geschäftspartner.

Beispiel:
Das Security Operations Center (SOC) eines Versicherers stellt fest, dass Unbekannte Zugriff auf interne Systeme erlangt haben, Vertragsdaten abgeflossen sind und Teile der Website (Kundenportal) manipuliert wurden. Um weiteren Schaden zu vermeiden, werden Kundenportal, E-Mail-Dienste und die Unternehmens-Website sofort abgeschaltet.
Die Darksite wird aktiviert, um:

  • den aktuellen Status des Cybervorfalls transparent mitzuteilen,
  • alternative Kontaktmöglichkeiten für Versicherungsnehmer bereitzustellen (z. B. Notfallhotline, Schadensmeldungen per Formular),
  • klar kommunizierte Verhaltensanweisungen zu geben (z. B. „Bitte öffnen Sie keine E-Mails mit dem Betreff XY“, „Ihre Verträge sind weiterhin gültig“),
  • Gerüchte und Falschmeldungen aktiv zu vermeiden.
  • So bleibt das Unternehmen auch bei einem schweren Cyberangriff kommunikationsfähig.

2. Betriebsstörungen und einzelne technische Ausfälle

(Beispiel: IT-Ausfall, Telefonie-Ausfall, Störungen zentraler Systeme)

Primäre Aufgabe:
Transparente Information über Störung, Status, erwartete Dauer und Alternativkontakte.

Zielgruppen:
Kunden, Service-Nutzer, interne Mitarbeitende.

Beispiel:
Bei einem regionalen Energieversorger fällt aufgrund einer Störung die komplette Telefonanlage inkl. Chatmöglichkeiten und Videokonferenzen aus. Mitarbeitende bemerken, dass Anrufe nicht durchgestellt werden, interne Durchwahlen nicht erreichbar sind und Kunden plötzlich über alternative Wege versuchen, Kontakt aufzunehmen. Ohne klare Informationen entstehen Verwirrung, Rückfragen und Unsicherheiten:
„Ist das nur bei mir so?“ – „Darf ich das kommunizieren?“ – „Wie erreichen uns Kunden jetzt überhaupt?“

Um diese unnötige Belastung zu vermeiden, wird die Darksite aktiviert. Sie dient als interne, zentral abrufbare Informationsquelle und enthält:

  • eine kurze Erklärung zur Ursache des Ausfalls,
  • den erwarteten Zeitrahmen für die Wiederherstellung,
  • klare Handlungsanweisungen für die Mitarbeitenden („Bitte unterlassen Sie (…)“, „Kundenkontakt aktuell nur per E-Mail möglich“),
  • eine einheitliche Sprachregelung für Teams, die mit Kunden oder Partnern kommunizieren.

Auf diese Weise verhindert die Darksite, dass sich Gerüchte verbreiten oder hunderte Rückfragen gestellt werden. Stattdessen wissen Mitarbeitende genau, was passiert und wie sie in dieser Situation agieren sollen – ohne dass sensible Informationen öffentlich einsehbar sind.

3. Unfälle, Schadensereignisse oder Produktionsstörungen

Primäre Aufgabe:
Presse- und Öffentlichkeitskommunikation.

Zielgruppen:
Medien, lokale Öffentlichkeit.

Beispiel:
In einem Werk eines Chemieunternehmens kommt es zu einem Zwischenfall: Eine Produktionsanlage muss aufgrund eines technischen Defekts kontrolliert abgeschaltet werden, und es entsteht sichtbarer Rauch. Feuerwehr und Werkschutz sind im Einsatz, es besteht jedoch keine Gefahr für die Bevölkerung. Die Darksite wird genutzt, um:

  • zeitnah offizielle Lageinformationen zu veröffentlichen,
  • gegenüber Medien und Anwohnern Spekulationen vorzubeugen („Kein Gefahrstoffaustritt“, „Einsatzlage unter Kontrolle“),
  • den Stand der Produktion und Auswirkungen auf Lieferketten zu erklären,
  • Informationsmaterial für die Presse bereitzustellen (z. B. FAQ, Stellungnahmen, Kontakt zur Pressestelle).

So wird die Darksite zur verlässlichen Quelle, die Medien und Öffentlichkeit mit Fakten versorgt.

4. Krisen mit Reputationsrisiko

(z. B. Compliance-Vorfälle, Datenlecks, öffentliche Kritik)

Primäre Aufgabe:
Bereitstellung geprüfter, einheitlicher Botschaften und Schutz vor unkontrollierter Informationsverbreitung.

Zielgruppen:
Öffentlichkeit, Medien, Aufsichtsbehörden.

Beispiel:
Ein bekannter Lebensmittelhersteller erhält eine anonyme Drohung:
Der Erpresser behauptet, einige Produkte seien kontaminiert worden. Beweise werden nicht geliefert, aber der Täter fordert Geld und droht, die angebliche Verunreinigung öffentlich zu machen. Ein solches Szenario erzeugt extremen Druck:

  • Die Behauptung könnte falsch sein – dennoch müssen Produkte vorsorglich geprüft werden.
  • Behörden müssen eingebunden werden (z. B. Polizei, Lebensmittelüberwachung).
  • Mitarbeitende, Außendienst, Kundenservice und Vertrieb benötigen sofort klare Kommunikation, bevor Gerüchte entstehen oder unkontrollierte Aussagen nach außen dringen.
  • Die Öffentlichkeit darf nicht vorzeitig informiert werden, um keine Panik auszulösen – insbesondere dann, wenn noch überhaupt nicht klar ist, ob eine Gefährdung besteht.

Die Darksite wird aktiviert, um intern und partnerseitig strukturiert zu informieren:

  • aktueller Stand der Prüfung („Keine bestätigte Kontamination“, „Analyse läuft“, „Behörden informiert“),
  • Handlungsanweisungen für den Kundenservice („Keine Spekulationen“, „Verweis auf interne Sicherheitsprüfung“),
  • klare Kommunikationsregeln für den Außendienst („Keine Aussagen zum Erpresserschreiben“, „Hinweis auf Qualitätsprozesse“),
  • Leitfaden für Marktpartner (Handelsketten), wie mit Rückfragen umzugehen ist,
  • Sicherheits- und Verhaltenshinweise für Mitarbeitende („Alle Medienanfragen werden zentral beantwortet“),
  • strukturierte Lage-Updates, sobald neue Erkenntnisse vorliegen.

Die Darksite wird hier zum internen Krisenhafen:
Ein sicherer Ort, an dem das Unternehmen die Lage transparent, sachlich und abgestimmt steuert – ohne vorschnell Informationen an die Öffentlichkeit zu geben, die zu Panik, Umsatzverlusten oder Reputationsschäden führen könnten.

Sobald Behörden und Laborergebnisse Klarheit schaffen, folgen die üblichen öffentlichen Maßnahmen wie Pressemitteilungen oder Rückrufinformationen.

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Alexander Berger, CEO

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In PREVISEC ist die Darksite für Krisenmanagement möglichst einfach gehalten: 1 passwortgeschützte Seite, die gut strukturiert und einfach formatiert die wesentlichen Informationen enthalten sollte. Gemeinsam mit unseren Kunden sorgen wir dafür, dass die Zielgruppen in die Lage versetzt werden, die Darksite zuverlässig aufzurufen.
Der Passwortschutz ermöglicht es Unternehmen, nicht öffentliche Informationen auf der Darksite zu verwenden, um so auch interne Informationen sicher (zum Beispiel mit Mitarbeitenden) zu teilen, ohne dass Unbefugte darauf zugreifen können. Dabei bleibt die Darksite flexibel genug, um im Ernstfall aktuelle Lageupdates, neue Kontaktwege oder kurzfristige Hinweise zu ergänzen.

So verbindet die Darksite für Krisenmanagement in PREVISEC vorbereitete Inhalte mit der Möglichkeit, spontan und lagegerecht zu informieren – und stellt sicher, dass Mitarbeitende, Kunden, Partner oder Medien jederzeit die richtigen, verifizierten Informationen erhalten.

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